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Schöningen

„Meine jüdischen Eltern, meine polnischen Eltern“

Ausstellungseröffnung im Rathaus

Während der deutschen Okkupation Polens im Zweiten Weltkrieg konnten etwa 5.000 von annähernd einer Million jüdischen Kindern gerettet werden, weil sie von ihren Eltern in die Obhut polnischer Familien gegeben wurden. Die Polinnen und Polen, die sich eines Kindes annahmen, wurden später oft auch seine Eltern. Im Allgemeinen hielten sie die Adoption geheim, einige enthüllten die Wahrheit vor ihrem Tod, andere nahmen sie mit ins Grab.

Die Ausstellung „Meine jüdischen Eltern, meine polnischen Eltern“ porträtiert beispielhaft 15 Personen, geboren zwischen 1939 und 1942, die die erschütternde Geschichte ihres Lebens erzählen und von der Suche nach Spuren ihrer jüdischen Verwandten, Namen und Geburtsdaten berichten. Die Ausstellung wurde von der Assoziation „Kinder des Holocaust“, Polen, gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung erarbeitet und im Frühjahr 2015 erstmalig im Museum zur Geschichte der polnischen Juden in Warschau präsentiert.
Ab dem 5. Februar ist sie auf Initiative des Arbeitskreises Stolpersteine im Schöninger Rathaus zu sehen. Zur Vernissage am Sonntag, 5. Februar 2023, um 16 Uhr sind Interessierte herzlich eingeladen. Neben der musikalischen Umrahmung durch Johann Voß wird Dr. Holger Politt, Leiter des Regionalbüros Ostmitteleuropa in Warschau der Rosa Luxemburg Stiftung, einen Vortrag halten.
Ab dem 6. Februar wird die Ausstellung zu folgenden Zeiten zugänglich sein:
6. bis 10. Februar 2023, 8 bis 16 Uhr
11. Februar: 8 bis 12 Uhr
13. bis 17. Februar 2023, 8 bis 16 Uhr
Interessierte Schulklassen werden um vorherige Anmeldung gebeten (tourismus@schoeningen.de).

Hintergrund:
Die Idee zur Ausstellung hatte Joanna Sobolewska-Pyz, Vorsitzende des Vereins «Kinder des Holocaust» in Polen. Mit äußerster Sensibilität wurde dem Schicksal von fünfzehn Überlebenden der Judenvernichtung im okkupierten Polen nachgespürt, die allesamt als kleine Kinder aus den Ghettos gerettet wurden.
Ihre jüdischen Eltern hatten in der barbarischen Situation der damaligen Zeit keinen anderen Ausweg mehr gesehen, als sich von ihren kleinen Töchtern und Söhnen zu trennen, um deren junges Leben zu retten. Rettung bedeutete in vielen Fällen, dass die kleinen Kinder in einer polnischen Familie unterkommen konnten. Vieles über deren Schicksale ist heute in verschiedener Form nachzuverfolgen – die Bilder in der Ausstellung jedoch ergreifen den Betrachter und lassen ihn kaum mehr los.
Die Ausstellung in Schöningen ist eine Initiative des Arbeitskreises Stolpersteine und Gedenkarbeit mit freundlicher Unterstützung der Stadt Schöningen.

 

Rosa Luxemburg Stiftung

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