Elisabeth Hüsing (Mitte links) erklärt Bürgermeister Malte Schneider und Vertretern des Gymnasiums Anna Sophianeum (Schulleiter Stefan Krauß (rechts), Geschäftsbereichsleiter Schule, Kultur und Sport des LK HE Thomas Wippich (2.v.r.) und den Elternvertretern Jan Fricke und Günter Hinze (links und 3. v. rechts)) das Projekt und die Baumpflanzung.

Das Team der Stiftung Zukunft Wald und den Niedersächsischen Landesforsten freuen sich über die gelungen zwei Pflanztage. (Foto: Elisabeth Hüsing, Stiftung Zukunft Wald)

Schulwald wächst weiter

Mehr als 4.000 Bäume und Sträucher pflanzten am 10. und 11. November 2020 von rund 300 Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Anna-Sophianeum in der Nähe des paläon. Mit dabei waren die 5., 6. und 7. Klassen sowie die 12. Jahrgangsstufe der Schule.

Das Projekt „Schulwälder gegen Klimawandel“ der Stiftung Zukunft Wald (Landesforsten-Stiftung) mit dem Gymnasium Schöningen startete vor neun Jahren im November 2011 mit zunächst einem halben Hektar Land im Zuge des Neubaus des Forschungs- und Erlebniszentrums Schöninger Speere paläon. Nach einer Vervierfachung der Schulwaldfläche im Sommer 2020 wurde einen Freilandforschungslabor in Form einer Holzhütte mit Wetterstation und mehreren regensicheren Sitzgelegenheiten errichtet und nun wurde im November, der besten Baumpflanzzeit und leider zugleich Grippezeit und im Lockdown-light, die restliche Fläche erstaufgeforstet.
Nach Abstimmung eines aufwendigen Hygienekonzeptes dieser Schulaktion mit dem Krisenstab des Landkreises Helmstedt, durfte an den Pflanztagen im November der Schulwald nun um viele,  neue von über 30 verschiedenen Baum- und Straucharten auf der vergrößerten Schulwaldfläche gepflanzt werden. Die Aktion wurde von den Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern der Stiftung Zukunft Wald, sowie von Auszubildenden und Meister aus den Niedersächsischen Landesforsten Forstamt Wolfenbüttel mit den Schülerinnen und Schülern der Schulwald-AG durchgeführt. „Damit die Schüler*innen die Baumsetzlinge forstfachlich richtig in den Boden „streicheln“ können, bilden wir vorab die Schulwald-AG’ler als Pflanzscouts aus. So konnten Sie dann zusammen, mit tatkräftiger Unterstützung der Azubis, ihre Mitschüler*innen einweisen und gemeinsam ihren Schulwald pflanzen“, so Elisabeth Hüsing, Direktorin der Stiftung Zukunft Wald.
Pflanzscout Lotti, Schülerin der Klasse 6a und engagierte Schulwald-AG’lerin: „Es hat riesigen Spaß gemacht bei der Pflanzaktion mitzumachen und es war total interessant. Mein Azubi Alex, mit dem ich zusammengearbeitet habe, war total lustig." Und auch Alex Heine, 3. Lehrjahr in der Ausbildung zum Forstwirt, „macht es Spaß Gleichaltrigen einen Einblick in die Forstwirtschaft zu geben und mit ihnen zusammen neuen Wald in unserer Region für unser Zukunft zu schaffen.“
Ulrike Anspach-Wolf, Biologielehrerin am Anna-Sophianeum und Leiterin der Pflanzaktion: „Wir vom Gymnasium Anna-Sophianeum sind hier getreu dem Motto „Pflanzt nicht Worte, sondern Bäume!“ tätig und leisten unseren Beitrag zu mehr Umwelt- und Naturschutz sowie die natürlichen Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu erhalten und zu fördern.“
Neben dem Pflanzen waren zusätzlich Waldpädagogen vor Ort und begleiteten beide Pflanztage im älteren Schulwaldteil mit zusätzlichen Unterrichtseinheiten zum Thema Wald und Klimawandel.
Elisabeth Hüsing zur Zielsetzung des Schulwaldprojektes: „Wir wollen Kinder und Jugendliche wieder verstärkt mit Natur und Wald, seine Entwicklung und Vielfältigkeit sowie seine immense Bedeutung in der Zeit des Klimawandels vertraut machen. Und was ist dazu besser geeignet als seinen eigenen Wald zu pflanzen und zu betreuen?“
Die Pflanzaktion in Schöningen wurde von der Niedersächsischen Bingo Umweltstiftung gefördert, die Schöninger Vollkornbäckerei Satorius spendete ein Teil der Brötchen zur Stärkung aller nach der Pflanzung und die Braunschweiger Landessparkasse sponserte in Kooperation mit BS Energy die über 4.000 Baumsetzlinge.
Der neu strukturierte und erweiterte außerschulische Lernort im Schulwald in Schöningen des Gymnasiums Anna-Sophianeum wird vielseitig in den Unterricht eingebunden und bietet den Schülerinnen und Schülern eine große Vielfalt an neuen Möglichkeiten: Sie können etwas Praktisches erschaffen und theoretisches Wissen vor Ort anwenden.
Als Beispiele lassen sich hier der Fachbereich Biologie für botanische und zoologische Bestimmungsübungen und dem Erkennen ökologischer Zusammenhänge sowie der Fachbereich Erdkunde für die Erfassung und Interpretation der Wetterdaten nennen. Diese werden live in die Schule übertragen und können in jeglichen Fächern analysiert werden. Weiterhin können vor Ort chemische Bodenanalysen durchgeführt oder im Rahmen des Mathematikunterrichtes einzelne Areale oder Baumhöhen vermessen werden. Mit Sammlung dieser Daten können die Schülerinnen und Schüler in der dann folgenden Wachstumsperiode bereits viel über die Entwicklung der Bäume herausfinden. Auch im Rahmen zahlreicher Facharbeiten bietet der Schulwald viele Möglichkeiten, sich im Bereich Umwelt- und Naturschutz zu engagieren. So wird einerseits die Veränderung der Artenvielfalt der Insekten und andererseits die Effektivität der Pflanzaktion in Bezug auf die ökologischen Verbesserungen im Zuge der Erweiterung analysiert und beurteilt.
Die neuen 5. Klassen haben aufgrund der Auswirkungen bedingt durch die COVID-19- Pandemie ihre „Kennenlernfahrt“ bereits Schulwald durchführt. Die Schülerinnen und Schüler haben zusammen mit Waldpädagogen des Waldforums Riddagshausen geforscht und experimentiert sowie darüber hinaus einen tollen Tag im Schulwald verbracht.

Die Stiftung Zukunft Wald (SZW) ist eine Stiftung der Niedersächsischen Landesforsten, deren Aufgabe und Ziel es ist, Natur- und Artenschutz in den Landesforsten und eine waldbezogene Umweltbildung in ganz Niedersachen zu fördern, zu unterstützen und eigene Projekte zu initiieren.  Im Rahmen dieser Aufgaben startete im Jahr 2011 das landesweite Projekt "Schulwälder gegen Klimawandel". Mittlerweile wurden mehr als 60 Schulwälder angelegt bzw. sind aktuell in Planung. Mit den auf 30 Jahre terminierten Kooperationsverträgen zwischen Schulen, Flächeneigentümern und der SZW verpflichten wir uns, nach der Neuanpflanzung der Schulwälder die Schulen in ihren dortigen Umweltaktivitäten und Lehrveranstaltungen zu beraten sowie personell und finanziell zu unterstützen.